Nachdem wir uns schon heimlich zu Pinguin-Spezialisten gemausert haben lassen wir uns die spezielle Gattung des Felsenpinguins nicht entgehen. Dafür machen wir einen Umweg von der Nationalstrasse 3 in Argentinien nach Puerto Deseado. Eingestiegen ins verstärkte Schlauchboot und los geht die Felsenpinguinexpedition.
Felsenpinguine auf der Pinguininsel
Langsam sind wir es uns gewohnt, dass die wunderschönen, melodisch klingenden Namen in Spanisch auf Deutsch relativ banal daherkommen. Die Isla Pingüino ist also einfach die Pinguininsel, auf welcher wir die Felsenpinguine vorfinden. Im Unterschied zu allen uns bereits bekannten Pinguinarten wie die Galapagos-Pinguine, Humboldt-Pinguine, Magellan-Pinguine sowie Königspinguine haben die Felsenpinguine eine ästhetische Eigenheit. Auf ihrem Kopf tragen sie lange Federn, welche vom Kopf abstehen uns so ein schönes uns spezielles Erscheinungsbild der Felsenpinguine ergeben. Die Felsenpinguine gehören zu mit zu den kleinsten Pinguinen und sehen unglaublich flauschig aus. Hinzu kommen die knallroten Augen. Fertig ist der vielleicht am aggressivsten aussehende Pinguin.
Das Verhalten des Pinguins steht ganz im Kontrast zu seinem Äusseren: Ruhig, geduldig und fast zutraulich sind die kleinen Kerlchen über die Klippen verteilt – perfekte Foto-Models. Wir dürfen die Kolonie während einer guten Stunde frei besuchen, das heisst, wir können uns langsam den Pinguinen annähern. Solang sie keine Stresssymptome zeigen können wir Fotos schiessen so viel wir wollen. Damit wir das Erlebnis für uns wirklich eindrücklich, es ist mehr ein Besuch in der Pinguinkolonie als ein Besuch ähnlich wie im Zoo bei den Königspinguinen in Westfeuerland. Wir geniessen die Zeit – nach 1’000 und einem Foto haben wir immer noch genug Zeit, um in Stille die Pinguine zu betrachten. Das hat sich richtig gelohnt – ein einzigartiges Erlebnis!
Seeelefanten und Seelöwen
Ganz nebenbei treffen wir auf der Pinguininsel auch noch auf Seeelefanten und eine Seelöwenkolonie. Hier nehmen sich die Tiere im Gegensatz zu den Pinguinen merklich mehr in Acht vor den Menschen. Das liegt auch an der Vergangenheit, dass Seelöwen wohl wegen ihrem Fett für Lampenöl und dergleichen bis vor wenigen Jahrzehnten gejagt worden sind. Ansonsten liegen, furzen und rülpsen die an Land wenig graziös erscheinenden Robben am Strand herum. Ein rechter Lärm und wenn der Wind in die falsche Richtung dreht, stinkt der Besuch auch der Nase. Also schnell wieder zurück aufs Boot.
Commerson-Delfine
Auf der Rückfahrt hält die Natur noch ein weiteres Highlight für uns parat: Zuerst kommt nur ein schwarzweisser Delfin und spielt mit der Bugwelle unserer zwei Schlauchboote. Unsere Kapitäne sind so nett und drosseln das Tempo und lassen den Delfin auch mal die Richtung vorgeben. So kommt es, dass wir auf eine ganze Gruppe Delfine stossen. Mindestens 10, eher 15 oder sogar 20 Commerson-Delfine bewegen sich schnell und verspielt im Wasser rund um unsere zwei Schlauchboote. Mal schwimmen sie links, mal rechts vom Boot und dann wechseln sie pfeilschnell zum anderen Schlauchboot hinüber. Die Ausflugsgruppe auf dem Boot muss sich richtig zusammenreissen, dass nicht alle für eine tolle Aufnahme auf eine Seite des Bootes hechten und so das Schlauchboot zum Kentern bringt. Von der markanten schwarzweissen Zeichnung der Delfine her erinnern sie ein wenig an die viel grösseren Orcas. Wir geben uns aber schon mit den Commerson-Delfinen zufrieden, sie sind nur in sehr südlichen Gewässern anzutreffen und dass wir gleich eine ganze Gruppe beobachten dürfen: Einmalig!
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