Auf unserer weiteren Reise treffen wir auf die uns bereits bekannten Magellan-Pinguine. Ein kurzer Abstecher von „nur“ 120km hin und 120km zurück führt uns zu einer grossen Magellan-Pinguinkolonie von ca. 250’000 Pinguinen am Cabo Virgenes. Auf der chilenischen Insel Chiloé haben wir bereits das Vergnügen mit den neugierigen Kerlchen gehabt, aber nur kurz. Dieses Mal übernachten wir mitten in der Pinguinkolonie am südlichsten Punkt des argentinischen Festlandes!
Pinguine wohin das Auge blickt
Bereits auf den letzten Metern vor dem Strand ist links und rechts der Weg gesäumt mit Magellan-Pinguinen. Die älteren haben ein sehr dunkles, schwarzes Federkleid mit der charakteristischen weissen Zeichnung am Hals. Und überall dazwischen sind Jungpinguine verstreut. Sie sind seit der Geburt im November jetzt im Januar schon annähern so gross wie ihre Eltern. Das graue, flauschige Federkleid verrät aber ihr junges Alter. Die Landschaft hinter dem Strand ist steppenartig, mit vielen kleinen Büschen, die auf einem sehr sandigen Boden wachsen. Die Pinguine haben hier ihre Nester vorzugsweise unter einem Busch gegraben, damit sie so etwas mehr vor der Witterung geschützt sind als nur durch die Mulde im Boden. Und wirklich überall wimmelt es nur so von Pinguinen. Teilweise alleine, teilweise zu dritt mit dem Nachwuchs stehen oder liegen die Pinguine überall verteilt.
Gruppenweise laufen sie von den Seiten des Wegs bis auf wenige Meter an die Besucher und warten dann, bis sie in sicherer Entfernung den Besucherweg kreuzen können. Die Pinguine sind ganz klar an Menschen gewohnt, aber benötigen dennoch einen Sicherheitsabstand von einigen Metern, um nicht gestresst zu sein. So ist unser Besuch der Pinguin-Kolonie ein richtig immersives Erlebnis. Wir sind nicht nur Beobachter, sondern fühlen uns als Teil der Kolonie. Das hat seinen Grund. Wir befinden uns in einem immer noch geschützten Bereich, aber die Administration des Naturparks wurde aufgegeben. So campieren wir auf dem Besucherparkplatz für eine Nacht. Zuerst ist alles ruhig, aber als alle anderen Tagesbesucher wieder weg sind trauen sich die ersten Pinguine nah an unser Auto. Und wenn einer sich traut dann folgt der Rest seiner Gruppe dicht dahinter. So haben wir bald mindestens 10 Pinguine unter unserem Auto, die sich über den super Witterungsschutz freuen. Wir freuen uns etwas weniger, da die neugierigen Viecher alles mit ihren Schnäbeln abtasten. Das klappert ganz schön! Zum Glück sind Pinguine wie wir tagaktiv. Also hört der ganze Lärm pünktlich zur Dämmerung um 22 Uhr auf. Als wir am nächsten Morgen die Tür wieder öffnen, staunen wir nicht schlecht, als sich in diesem Moment wieder zwei Handvoll Pinguine tollpatschig watschelnd aus dem Staub machen, die haben wohl direkt unter uns geschlafen.
Witzige kleine Kerlchen die Magellan-Pinguine. Aber genauso tollpatschig, etwas streng riechend und sehr laut! Während die Jungtiere tagsüber in der Nähe der Nester bleiben, geht mindesten eines der Elternteile in Meer jagen. Die Jungtiere rufen den ganzen Tag nach ihren Eltern und sobald die Eltern aus dem Wasser sind, rufen sie zurück. Bei so vielen Pinguinen ein ziemlicher Lärm.
Mehr als eine Nacht würden wir nicht hier sein wollen. Es war aber nichtsdestotrotz ein super Erlebnis – war schliesslich unsere erste Nacht mitten in einer Pinguin-Kolonie!
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